Futur of LeadHERship Konferenz, Ariana Wien, 12.11.25

Mein Auftritt bei „Future of LeadHERship“ und warum diese Bühne mehr war als ein Vortrag

Manchmal gibt es diese Momente, die sich anfühlen wie ein Stillstand und gleichzeitig wie ein Startschuss.
Genau so ein Moment war mein Auftritt bei Future of LeadHERship, wo ich meine Keynote „Should I Stay or Should I Go? – Die Kunst der klaren Entscheidung & warum Leadership bei dir selbst beginnt“ gehalten habe.

Schon beim ersten Schritt auf die Bühne wusste ich: Hier sitzen Frauen, die genau wissen, wie sich Zerrissenheit anfühlt. Dieses berühmte „Ich halte noch ein bisschen durch“ – und gleichzeitig das nagende Gefühl: „Eigentlich möchte ich etwas ganz anderes.“

Der Dreiakter, der mein Leben verändert hat und jetzt auf der Bühne steht

Ich habe die Frauen mitgenommen durch meine eigene Geschichte:
Wie ich jahrelang versucht habe, Erwartungen zu erfüllen.
Wie ich fast gegangen wäre – und dann geblieben bin, aber anders.
Wie ich mir neue Rahmen geschaffen habe: Stunden reduziert, klare Grenzen gesetzt, gegründet, gewachsen, mir selbst treu geworden.

Wie ich begonnen habe? Mit einem Geständnis.

Ich habe gleich am Anfang erzählt, wie gut wir Frauen darin sind, uns selbst in Rollen einzubetonieren:
 Die Vernünftige.
 Die Durchhaltende.
 Die Harmoniesüchtige.
 Die „Ich-schaff-das-schon“-Managerin.

Und ja, auch die Sabine, die damals in der Lederjacke rebellieren wollte, aber sich stattdessen in Meetings mit Vorständen beleidigen ließ.
Ich sah viele nicken. Einige lachten. Andere rollten mit den Augen, dieses „oh Gott ja“-Augenrollen.

Ich habe meine Geschichte erzählt. Ungeschminkt.

Von meinem eigenen Drama der Zweifel.
Von Entscheidungen, die nicht heroisch waren, sondern notwendig.
Von beruflichen Neuanfängen ohne Masterplan.
Von Kündigungen ohne doppelten Boden.
Von der Wut, die ich erst brauchte, um Mut zu entwickeln.
Von dem berühmten Kelomat-Moment, der in keinem Lebenslauf steht – aber in jeder echten Veränderung vorkommt.

Und ja, ich habe auch über den Selbstbetrug gesprochen.
Über die inneren „Ich bleib noch wegen…“-Ausreden, die wir uns mit Schleifchen servieren.
Das Publikum hat gelacht und gleichzeitig gemerkt, wie sehr diese Lacher weh tun.

Als ich die Fragen stellte, die wir uns selbst selten laut stellen –
 „Wenn niemand etwas von dir erwarten würde: Würdest du bleiben?“
 „Was musst du dir schönreden, damit du nicht gehen musst?“
 „Und wem dienst du eigentlich gerade – deiner Angst oder deinem Leben?“
 – wurde es im Raum richtig still.

Zum Schluss ging’s um Verantwortung – die eigene.

Nicht die im Organigramm.
Nicht die auf Businesscards.
Sondern die vor dem Spiegel:
Leadership beginnt nicht im Team.
Leadership beginnt bei dir.

Und dann passierte das, worüber ich mich am meisten gefreut habe.

Frauen kamen nach dem Vortrag zu mir. Viele. Mit diesem Blick, der sagt: „Danke. Genau das habe ich gebraucht.“ Sie erzählten von ihren eigenen Schleifen, ihren Entscheidungen, ihren Zweifeln.  Und zum ersten Mal an diesem Tag dachte ich:
Es ist genau das. Genau dafür stehe ich hier.

Diese Rückmeldungen haben mich tief berührt – weil sie zeigen, wie sehr wir Frauen uns nach Klarheit sehnen.
Nach Wahrheit statt Watte.
Nach Mut statt „Reiß dich zusammen“.
Nach Räumen, in denen es nicht darum geht, stark zu wirken – sondern echt zu sein.

Was bleibt?

Dieser Vortrag war mehr als ein professioneller Auftritt. Er war ein Stück meines Weges – geteilt mit Frauen, die ihren eigenen gehen. Und vielleicht war es für manche der erste Moment seit langem, in dem sie gespürt haben: „Ich darf entscheiden. Und ich werde entscheiden.“

Genau dafür mache ich das.

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