Female Future Festival, 9.10.25, Ottakringer Brauerei

Female Future Festival: Wo Working Mums laut wurden und endlich nicht mehr nur funktionieren mussten

Beim Female Future Festival in Wien, haben Lisi Molzbichler und ich gemeinsam über ein Thema gesprochen ,nämlich: „Unleash your potential as a working mum.“

Niemand sagt dir nämlich, wie das gehen soll, wenn du den Mental Load eines mittelgroßen Start-ups trägst – unbezahlt, versteht sich.

Wenn der Partner sich rauszieht und du alleine das Familiensystem stemmst

Wir haben darüber gesprochen, dass Mental Load kein „Liebesdienst“ ist, sondern eine verdammt klare Verantwortungsfrage. Und dass „Hoffen, dass er’s von selbst checkt“ ungefähr so erfolgreich ist wie Wäsche, die sich von selbst zusammenlegt.

Ich habe’s auf den Punkt gebracht:

  • Klare Ansage statt stille Hoffnung.

  • Wenn er nicht will – ist das eine Entscheidung. Nur nicht deine.

  • Und wenn du alleinerziehend bist: Nein, du bist nicht „das ganze System“ – du brauchst Netzwerke, Unterstützerinnen, Arbeitgeber mit Weitblick.

Mental Load, Perfektionismus & das berühmte Loch

Ich habe ihnen das Bild der 25 offenen Tabs im Kopf serviert und die Frauen haben zwar gelacht, aber im Alltag ist das kaum bis gar nicht lustig, wie wir wissen.

Und wir sind dorthin gegangen, wo’s wehtut:

  • das schlechte Gewissen für Dinge, die man NICHT getan hat

  • der Druck, perfekt zu funktionieren, damit bloß niemand merkt, wie müde man wirklich ist

  • das Loch, in das man fällt, wenn man glaubt, alles kontrollieren zu müssen

Dann habe ich ihnen meine drei Schritte gegeben

  1. Druck raus, Fakten rein.
    Was MUSS heute – und was ist nur anerzogenes Pflichtgefühl?
  2. Raus aus dem Kopf, rein ins Handeln.
    10 Minuten Rückzug. Eine Mini-Entscheidung. Eine Aufgabe abgeben.
  3. Perfektion amputieren.
    „Würdest du deiner besten Freundin denselben Druck machen?“
    Die meisten schüttelten den Kopf.

Und dann kam mein Lieblingssatz – das Publikum hat gelacht und gleichzeitig genickt:

„Selbstermächtigung beginnt nicht damit, dass du alles perfekt hinkriegst – sondern damit, dass du dich traust, etwas NICHT zu tun.“

Should I stay or should I go? – Der Moment, in dem Working Mums ehrlich werden

Kein Festival-Talk ohne den heiklen Punkt: Wann ist genug genug? Beziehung? Job? Beide?

Ich habe erzählt, wie lange ich selbst versucht habe, das Dazwischen auszuhalten – das Funktionieren, das Aufopfern, das Durchbeißen. Und wie hoch der Preis war.

Der Raum wurde schwer. Aber echt. Und genau so soll es sein.

Die drei Red Flags habe ich ihnen mitgegeben:

  • Mehr Frust als Freude

  • Stillstand statt Wachstum

  • Identitätsverlust – wenn man nur noch Rolle ist, aber nicht mehr Mensch

Und dann der Satz, der hängen blieb:

„Aushalten ist keine Stärke. Stärke ist, deinen Schmerz ernst zu nehmen – und Konsequenzen zu ziehen.“

Eine Methode, die Working Mums aus dem Overload holt – in 3 Minuten

Zum Schluss habe ich ein Tool gegeben, das sofort funktioniert – auch zwischen Lego-Haufen, Kinderarzttermin und Jahresmeeting.

Das 3-Minuten-Klärungs-Reset:

  1. STOPP: Kurz alles unterbrechen.

  2. STATUS-CHECK: Was stresst mich gerade? Muss das heute?

  3. MIKROENTSCHEIDUNG: Was entlaste ich? Wen binde ich ein?

Und weil Working Mums Bilder lieben, die nicht nach Selbstoptimierung, sondern nach Realität riechen, habe ich ihnen den inneren Einkaufswagen mitgegeben:

„Du kannst nicht alles gleichzeitig kaufen. Entscheide, was du heute wirklich bezahlst – und was wieder zurück ins Regal wandert.“

Wir haben gelacht. Wir haben genickt. Wir haben kollektiv verstanden: Es liegt nicht an uns. Es liegt am System. Und trotzdem können wir täglich kleine Entscheidungen treffen, die uns wieder ins Steuern bringen.

Und am Ende – da war dieser Moment, den ich liebe: Der, in dem Frauen merken, dass sie nicht falsch sind. Sondern überlastet. Und dass Überlastung keine Schwäche ist – sondern ein verdammt guter Indikator dafür, dass etwas Neues beginnen darf.

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